Wie man die eigene Marke oder das eigene Produkt zum Leben erweckt

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Tipps und Ideen zur Emotionalisierung und Humanisierung der Marken-Animation

Haben Sie bisher gezögert, ein animiertes Erklärvideo für Ihr Unternehmen zu produzieren, weil Sie Bedenken haben, dass es auf Ihre Kunden zu emotional oder zu unecht wirkt?
Oder eventuell weil Ihre Zielgruppe zu spezifisch ist – so dass sie meinen, eine bewegende Ansprache über ein animiertes Erklärungsvideo sei nicht machbar?
Dann lesen Sie jetzt weiter. Denn gerade animierte Videos eröffnen sehr viel Spielraum und sehr viele Möglichkeiten – wenn man Sie richtig aufsetzt.

Im Folgenden wollen wir Ihnen einige Tipps und Erfahrungen nennen, die wir im Laufe der Zeit gesammelt haben:

1. Stil-Arten: 
Kreieren Sie im Video das richtige Umfeld, damit sich Ihr Kunde wohl fühlt

•  Ist Ihre Zielgruppe eher älter oder eher jünger? Das kann und sollte den Stil und die Handlung des Videos beeinflussen. Ältere Zielgruppen brauchen weniger aufregende Animationen, dürfen etwas schlichter im Design sein und mehr natürliche Töne und klassische Hintergrundmusik haben. Demgegenüber fühlen sich jüngere oftmals mehr durch moderne Animationen, schnelle Schnitte und treibende Musik angesprochen.
•  Das Gleiche gilt auch für die Umgebung im Video: Diese ist unter dem Aspekt der Interessen, des Geschlechts und der Herkunft zu betrachten. Ist die Zielgruppe tendenziell weiblich oder männlich? Trifft man den Kunden eher im Büro und an Geschäftsorten, ist er ein Familienmensch und fühlt sich Zuhause wohl, oder ist er sportbegeistert und meist auf dem Fussballrasen oder im Fitnessstudio aufzufinden? Das kann die Szenen und die Auswahl Ihrer Charaktere stark beeinflussen.
•  Finden Sie heraus welche Bedürfnisse Ihre Zielgruppe hat und wie diese am besten angesprochen werden können.
 Erzählstile können beispielsweise sein: witzig, informativ, erklärend, beratend, motivierend, unterhaltend, animierend, etc.

Beispiel: Umgebungsfeld: ein schönes Zuhause und Wunsch-Umgebung = Urlaubsort

 

2. Die Darsteller:
Suchen Sie nach Charakteren, die zu Ihrer Zielgruppe und Ihr Produkt bzw. Ihre Marke passen
• Definieren Sie zunächst ein Zielgruppen-Profil. Haben Sie nur einen Typ den Sie ansprechen wollen oder mehrere verschiedene Charakteren mit verschiedenen Bedürfnissen? Sie können einen oder mehrere Hauptdarsteller in Ihrem Erklärfilm einbauen.
• Erwecken Sie im Video Ihr Produkt zum Leben. Stellen Sie sich einmal vor, Ihr Produkt sei eine Person. Wie würde sie aussehen? Ist die Person männlich oder weiblich? Wie ist die Stimmlage ihrer Produkt-Person? Welche Farben mag sie? Schreiben sie sich diese Eigenschaften in Stichpunkten auf.
• Gibt es immer wiederkehrende Leitmotive oder Maskottchen in Ihrer Marketing-Strategie? Wenn nicht, fangen Sie jetzt damit an. Kreieren Sie Personen, Typen und Figuren, die immer wieder in Ihren Marketing-Botschaften vorkommen und Ihrer Zielgruppe entsprechen. Gerade bei komplexen und abstrakten Produkten ist es oft schwer für die Kunden, Ihr Produkt langfristig im Gehirn zu verankern. Durch eine Emotionalisierung, beispielsweise mit einer direkten Kommunikation zwischen Zielgruppe und einem Leitmotiv der Ihr abstrakten Produkt vertritt, kann Ihr Kunde nicht nur direkt kommunizieren, sondern speichert Informationen eher durch Empathie, Empfinden und andere Emotionen.

Beispiel: das kleine zappeliges ADAS-Kind

 

3. Die Humanisierung:
Integriere Emotionen, Gestik und humane Kommunikationsgestik

•  In einem animierten Erklärfilm muss – wie auch in der Realität – nicht immer mit vielen Wörter kommuniziert werden. Achten Sie bei Ihren Charakteren auf uns bekannte humane Kommunikationsgestik und Emotionen. Auch wenn die Figuren nicht “echt” sind: Sie wirken auf eine nonverbale Ebene „menschlich“ auf uns.
•  Daher raten wir gewünschte Gesichtsausdrücke einzubauen wie: Verwunderung, Verärgerung, Trauer, Glückseligkeit oder Zufriedenheit.
•  Verwenden Sie Gestik wie Achselzucken für Ratlosigkeit, Luftsprünge für Glück, Weinen für Trauer, Lachen für Glück. Das bewegt die Menschen – auch wenn es sich um animierte Charaktere handelt.

Beispiel: Hauptdarsteller Max zeigt viele Gesichtsausdrücke, Emotionen & Gestiken, die empathisch wirken.

 

4. Die Personifizierung:
Bringen Sie Charme, Witz und Humor in Ihr Video

•  Vielleicht verbinden Sie ein lustiges Animationsvideo mit niedlichem, leicht übertriebenem Humor. Aber auch für gebildete, ältere Personen oder im Business-Umfeld kann Humor ein Eisbrecher sein, wenn es passend inszeniert ist.
•  Trauen Sie sich ruhig! Ein animiertes Erklärvideo darf auch lustig sein. Mit natürlichem Humor und Authentizität kann es sehr aussagekräftig werden.
•  Wenn Sie beispielsweise ein lokales Geschäft in Bayern haben und Ihre Kunden bayrisch sprechen, integrieren sie bayrischen Humor oder Word-Slang. Sollten sie aber ein bayrisches Unternehmen sein, dessen Kunden in deutschsprachigen Ländern oder international verbreitet sind, vermeiden sie bayrischen Humor: Die Kunden werden ihn höchstwahrscheinlich nicht verstehen.

Beispiel: Die CUBOX bringt ihren eigenen Stil und Humor als Erzähler in das Video (Englische Version)

 

5. Die Spezifikation:
Wenn Ihre Zuschauer sehr spezifisch sind, spezifizieren Sie Ihr Video-Stil und Ihre Charaktere
•  Sind Sie der Meinung, Ihre Zielgruppe oder Ihr Produkt ist zu spezifisch, um in einem Erklärvideo angesprochen zu werden? Bieten Sie beispielsweise spezielle Technik für Zahnärzte an, Spezialteile für den Baubereich oder Lebensmittel für Konditoren? Im Business-Bereich lässt sich eine konkrete Nischen-Zielgruppe perfekt ansprechen. Aber wie ist es auf der zwischenmenschlichen Ebene? Ihr Kunde führt höchstwahrscheinlich, wie alle anderen, ein normales Leben und man findet sein “wahres Ich” vielleicht eher hinter seinem Beruf. Was macht Ihr Kunde wenn er nach der Arbeit nach Hause kommt? Vielleicht schaut er sich bestimmte Sendungen im Fernsehen an, verbringt seine Freizeit mit der Familie und den Kindern oder trinkt gemütlich einen Wein und liest dazu ein Buch. Holen Sie deswegen Ihren Kunden an dem Ort und Moment ab, wo Sie ihn emotional berühren können – vielleicht sogar Zuhause.

Beispiel: Auch Gehörlose und Gehörgeschädigte haben einen Platz im Erklärvideo und als Zuschauer.

 

Wie Sie sehen hängen ein Erklärvideo oder ein Unternehmensfilm, die zu Ihrem Produkt oder Ihre Marke passen, nicht nur von der optischen Gestaltung ab. Auch immer wiederkehrende Leitmotive, Charaktere und die Integration von Emotionen sind wichtig, um der Marke eine eigene Identität zu verschaffen.
Das stellt jedoch hohe Anforderungen an die Entwicklung und Produktion eines Erklärungsvideos oder Imagefilms. Daher sollten Sie sich bei der Erstellung von Anfang an erfahrene Experten dazu holen. Somit stellen Sie sicher, dass Ihre Botschaft wirklich ankommt und Sie Ihr Kommunikationsziel tatsächlich erreichen.
Dennoch kennen nur Sie Ihr Produkt am besten: Daher hilft es beiden Seiten bei der Video-Produktion, wenn Sie sich vorab mit dem Thema beschäftigt haben und wissen, was Ihr Produkt oder Ihre Marke verkörpern und wer Ihre Zielgruppe ist.
Damit erstellen Sie ein gutes Fundament für ein erfolgreiches Video.